Portierung einer Mobilfunk-Telefonnummer – so klappt’s!

Die eigene Mobilfunknummer wird immer wichtiger, nutzt man diese doch zum Beispiel für das Onlinebanking, zur Freischaltungen von Überweisungen oder bei Instant Messengern.

Will man nicht bei jedem Anbieterwechsel WhatsApp und Co neu einrichten, sollte man die Rufnummer mitnehmen. Dieser Vorgang wird „Portierung“ genannt. Kürzlich habe ich erfolgreich meine Telefonnummer von einem zum anderen Mobilfunkanbieter umgezogen. Mit ein bisschen Vorbereitung klappt das problemlos.

Wenn man anfängt, für das Thema Portierung zu recherchieren, findet man jede Menge Horrorszenarien und Gruselgeschichten. Da ist die Rede von mangelnder Kooperationsbereitschaft der Anbieter, verpassten Terminen, Nichterreichbarkeiten usw.

In vielen Fällen ist da sicher eine gehörige Portion Unkenntnis Auslöser für die Frustration. Bei mir verlief alles relativ glimpflich und mit dieser Schritt-für-Schritt Anleitung klappt es hoffentlich auch bei Dir problemlos:

1. Alten Vertrag kündigen

Dieser Schritt ist lästig, jedoch muss er von Dir selbst durchgeführt werden. Du bist Vertragspartner Deines alten Mobilfunkanbieters und Dein neuer Anbieter kann nicht in Deinem Namen für Dich kündigen. Auch wenn das der härteste Part von allen ist – da musst Du durch, wenn Du wechseln willst:

  • Bringe die aktuelle Kontaktadresse Deines Mobilfunkanbieters in Erfahrung. Du solltest hier nicht telefonisch oder per Mail kündigen, sondern ganz altmodisch per Brief. Eine schöne Übersicht der entsprechenden Adressen gibt es unter http://www.prepaid-deutschland.de/uberblick-die-adressen-der-mobilfunkanbieter. Es empfiehlt sich, die Kündigung mindestens als Einwurfeinschreiben zu versenden dann kann nachher niemand behaupten, er habe nichts bekommen.
  • Bitte in Deinem Schreiben um „Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ mit dem Hinweis, Dir diesen Zeitpunkt auch zu nennen!
  • Erwähne in Deinem Schreiben gleich, dass Du Deine Nummer portieren willst und dementsprechend dem neuen Anbieter (am besten komplette Adresse nennen) die Vollmacht erteilst, diese Rufnummer zu portieren. Leider geht dieser letzte Punkt manchmal schief, macht aber nix (siehe weiter unten).

Mit den erhaltenen Daten kannst Du im nächsten Schritt die

2. Portierung beantragen

  • Nimm Kontakt zum neuen Anbieter auf und teile ihm mit, wann Dein alter Vertrag ausläuft und wann Du zu ihm wechseln willst. Du hast hier 2 Möglichkeiten: Entweder, Du benutzt den alten Vertrag weiter, bis er durch die Kündigung endet und wechselst erst dann in einen neuen Vertrag oder Du wechselst sofort zum neuen Anbieter und lässt den alten Vertrag ungenutzt weiter laufen. Sofern die Nummer schon beim neuen Provider gelandtet ist (nächster Punkt), wird Dir der alte Provider eine neue Nummer für diesen Vertrag zuweisen, die bis zum Vertragsende funktioniert.
  • Lass den neuen Anbieter einen Portierungsversuch durchführen. Scheitert dieser, erinnere den alten Provider daran, dass Du eine Portierung erlaubt hast und bitte (freundlich aber bestimmt) darum, diesem Wunsch nun auch Folge zu leisten. Hier wirst Du Dich vermutlich mit einem Mitarbeiter auseinander setzen müssen, der Dich von der Kündigung abhalten will. Sei also darauf gefasst und argumentiere z.B. mit schlechtem Empfang bei Dir zuhause oder besseren Konditionen im neuen Vertrag. Geht der Versuch beim ersten Mal durch: Herzlichen Glückwunsch! in 7-10 Tagen liegt die Nummer auf der neuen SIM-Karte.

3. Neuen Vertrag einrichten

Hier versteckt sich noch ein kleines Problem, nämlich die Einrichtung der neuen Mailbox. Die klappt nämlich nicht unbedingt auf Anhieb. Bei mir war es so, dass die Anleitung des neuen Anbieters vorne und hinten nicht passte und die eingestellten Mailboxnummern einfach nicht übernommen wurden. Weil ich ein nahezu unverändertes Android OS auf meinem Smartphone habe und der Supportmitarbeiter irgendwann wohl am Ende seines Support-Scripts angelangt war gab er mit dem Hinweis auf, dass ich mein Smartphone ja nicht bei ihm gekauft hätte. Ich solle mich doch bitte an den Hersteller wenden, um dort Hilfe für die Einrichtung für deren Mailbox zu bekommen. Dazu enthalte ich mich hier jeden Kommentars und überlasse dem geneigten Leser die Interpretation.

Nach viel Herumprobieren bemerkte ich schließlich, dass das Problem darin bestand, dass die angegebene Mailboxnummer falsch war, weil ich eben einen portierten Vertrag habe.
Die Lösung war dann aber schnell gefunden. Z.B. unter http://bit.ly/2d6kiSS findet sich eine Übersicht der Mailbox-Zielrufnummern für portierte Mobilfunknummern. Denn man hat zwar einen neuen Anbieter, die alte Mailboxnummer ist allerdings nach wie vor gültig. Hier hilft nur, zu experimentieren und ggf. den Anbieter zu nerven, bis er mit der benötigten Nummer herausrückt. Dazu kann es sinnvoll sein, den Support einfach noch einmal anzurufen und zu hoffen, dass man diesmal bei einem kompetenteren Mitarbeiter landet.

Nun bleibt mir nur noch, Dir Viel Erfolg bei Deiner Portierung zu wünschen. Ich freue mich, wenn Du in den Kommentaren über Deine Erfahrungen berichtest.