Transfer von 10000 Mails von Provider XYZ zu GMail. Was für ein K(r)ampf!

Bei mir stand vor Kurzem der Wechsel von einem eigenen Mailserver zurück zu Google Mail an. Grund dafür war die Tatsache, dass ich auf dem eigenen Server zwar einen Spamfilter hatte, diesen jedoch permanent durch Umsortieren von Mails per Hand an-/umlernen musste (SpamAssassin/spamd). Was anfangs gut funktionierte, entwickelte sich im Laufe der Zeit jedoch immer mehr zu Arbeit. So bekam ich ständig Benachrichtigungen über Mails, die keine waren.

Kurzum, ich wollte wieder zurück zum Datenkraken, denn dort funktioniert der Spamfilter zuverlässig und vollautomatisch.

Gesagt – getan!. So war jedenfalls der Plan. Doch das Schicksal hatte andere Pläne mit mir… 

Da ich das schon mehrfach so praktiziert hatte, probierte ich zuerst die Thunderbird-Methode:  Beide Mailkonten als IMAP-Konto eingerichtet, alle Nachrichten herunterladen und dann auswählen > alles und in einen neuen Ordner im GMail-Konto fallen lassen. Das funktionierte leider nicht. Nach 300 Mails brach Thunderbird unvermittelt ab. Naja, There’s an extension for everything. In diesem Falle die Erweiterung Copy Folder. Eigentlich dazu gedacht, eine lokale Kopie eines Remote-Ordners zu erzeugen kopiert sie natürlich auch anders herum. Aber leider waren, nachdem Thunderbird Vollzug gemeldet hatte, nicht alle Mails in Gmail auffindbar. Irgendwie hielt Gmail mit seinem Index nicht Schritt. Das war nicht die Lösung.

Da ich mit Linux unterwegs bin, gab es unter anderem noch Slypheed, Evolution und KMail als Alternative, von denen ich mich, aufgrund der Unzuverlässigkeit von KMail und Evolution, für Slypheed entschied. Doch auch das scheiterte kläglich mit einer nichtssagenden Fehlermeldung an der schieren Menge der Mails. Beim Blick auf das antiquierte Interface auch irgendwie kein Wunder.

Gut, dann halt mit der Brechstange: In Gmail anmelden und dann mittels Einstellungen >  Konten und Import  >  E-Mails und Kontakte importieren die Logindaten des alten Kontos eingetragen und warten. GMail quittierte den Fortschritt mit 10% … 20% … usw.
Eine gefühlte Ewigkeit später war der Vorgang abgeschlossen. 10.000 Mails brauchen halt Zeit. Aber leider war mir das Glück auch diesmal nicht hold. Stunden später, nachdem ich wiederum zahlreiche Mails nicht wieder gefunden hatte, beschloss ich, dass ich eine andere, zuverlässigere Lösung benötigte.

Hier war ausnahmsweise mal Windows die Lösung für das Problem. Ja, Windows! Die deutsche Firma Mailstore bietet mit Mailstore Home ein kostenloses Programm an, das alles beherrscht, was ich benötigte.  Also feuerte ich meine Windows-Maschine hoch und installierte MailStore Home.

Zunächst importierte ich alle Mails lokal mittels Emails archivieren, danach gelang die Übertragung mittels Emails exportieren. Glücklicher Weise ist dort GMail bereits als Ziel vorkonfiguriert, zur Not könnte man aber auch einen eigenen IMAP-Server angeben.

Sollte ich es mir irgendwann wieder anders überlegen weiß ich nun, dass es einen zuverlässigen Weg zurück gibt.